Was ist eine Einstiegsqualifizierung?

Die betriebliche Einstiegsqualifizierung (EQ) beinhaltet ein betriebliches Langzeitpraktikum von mindestens 6 bis maximal 12 Monaten. Eine Übernahme in Ausbildung sollte vom Unternehmen angestrebt werden. EQ dient der Vermittlung von Grundlagen für den Erwerb beruflicher Handlungsfähigkeit. Die Inhalte orientieren sich an den Inhalten anerkannter Ausbildungsberufe. Mit einer hohen Übergangsquote in betriebliche Berufsausbildung hat sich die EQ in den vergangenen Jahren als ein erfolgreiches Instrument zur beruflichen Integration junger Menschen und zur Stabilisierung und Ausweitung betrieblicher Berufsausbildung erwiesen.

Vorteile für Unternehmen: Sie lernen künftige Auszubildende und deren Leistungsfähigkeit in der betrieblichen Praxis kennen. Sie haben die Möglichkeit, die EQ-Teilnehmerin bzw. den EQ-Teilnehmer praxisnah zur Ausbildung hinzuführen. Wenn Sie bisher nicht oder nicht mehr ausgebildet haben, können Sie mit EQ den (Wieder-) Einstieg in die Ausbildung erproben. Eine Substitution von Ausbildung durch EQ darf aber nicht stattfinden.

Über aktuelle und passende EQ-Stellen oder EQ-Interessenten informieren die Ausbildungsberater der Handwerkskammer Rheinhessen. Weitere Informationen finden Sie auch Öffnet externen Link in neuem Fensterhier.

Seit 1991 unterstützt das Förderprogramm der Bundesregierung "Begabtenförderung berufliche Bildung" gezielt begabte junge Absolventinnen und Absolventen einer Berufsausbildung bei ihrer "Karriere mit Lehre" mit einem Weiterbildungsstipendium.
Finanziert wird das Programm vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Durchgeführt wird es von den Kammern und zuständigen Stellen für Berufsbildung.

Wer kann gefördert werden?


Bewerben um ein Weiterbildungsstipendium der Begabtenförderung berufliche Bildung kann sich, wer:

  • eine Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf auf der Grundlage des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) oder der Handwerksordnung (HwO) abgeschlossen hat,
  • die Berufsabschlussprüfung mit mindestens 87 Punkten bzw. der Durchschnittsnote 1,9 oder besser bestanden hat oder
  • bei einem überregionalen beruflichen Leistungswettbewerb unter die ersten Drei gekommen ist oder
  • ihre/seine Qualifikation durch einen begründeten Vorschlag des Arbeitgebers oder der Berufsschule nachweisen kann,
  • weder Student/in noch Hochschulabsolvent/in ist,
  • zum Aufnahmezeitpunkt jünger als 25 Jahre ist.

Es besteht die Möglichkeit einer Aufnahme auch nach Vollendung des 25. Lebensjahrs, wenn Anrechnungszeiten wie z.B. Grundwehr- oder Zivildienst, Mutterschutz oder Elternzeit nachgewiesen werden können. Die Anrechnungsfähigkeit dieser Zeiten ist auf drei Jahre begrenzt.

Was wird gefördert?

Förderfähig sind anspruchsvolle - in der Regel - berufsbegleitende Maßnahmen:

  • der Erwerb fachbezogener beruflicher Qualifikationen,
  • die Vorbereitung auf Prüfungen der beruflichen Aufstiegsfortbildung (z.B. Meister/in, Techniker/in, Betriebswirt/in, Fachwirt/in, Fachkaufmann/Fachkauffrau),
  • der Erwerb fachübergreifender und allgemeiner beruflicher oder sozialer Kompetenzen (z.B. Fremdsprachen, EDV, kommunikative Fertigkeiten, Konflikt- und Projektmanagement).

Bereits begonnene Weiterbildungen können nicht gefördert werden.


Wie hoch und wie lange wird gefördert?

Die Höhe der Förderung pro Stipendiatin/Stipendiat soll innerhalb eines Kalenderjahres 2.000 EUR nicht übersteigen. In Ausnahmefällen kann die zuständige Stelle diesen Förderbetrag aus vorhandenen Fördermitteln überschreiten. Die Höchstförderung von 6.000 EUR pro Stipendiatin/Stipendiat darf in drei Förderjahren nicht überschritten werden,

Eigenanteil

Für jede Maßnahme ist ein Eigenanteil von 10 Prozent der förderfähigen Kosten abzuziehen. Dies gilt auch für längerfristige Maßnahmen über mehrere Förderjahre.

Wo kann man sich bewerben?

Ansprechpartnerin in allen Fragen der Begabtenförderung berufliche Bildung ist die Stelle, bei der das Ausbildungsverhältnis einer/s Bewerberin/s eingetragen war. Die Handwerkskammer Rheinhessen ist eine dieser Stellen. Sie führt das Förderprogramm im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung nach dessen Richtlinien durch, wählt ihre Stipendiatinnen und Stipendiaten aus, berät diese, entscheidet über die Förderfähigkeit beantragter Weiterbildungen und zahlt die Fördermittel aus. Neue Stipendiatinnen und Stipendiaten nehmen wir jeweils bis spätestens zum 1. Februar eines Jahres auf. Bewerbungsschluss ist jeweils der 30. November des Vorjahres. Im anschließenden Auswahlverfahren berücksichtigen wir alle Bewerbungen, die fristgerecht und vollständig bei uns eingegangen sind. Bewerbungsformulare gibt es bei der Handwerkskammer Rheinhessen. Ein Anspruch auf Aufnahme in die Begabtenförderung berufliche Bildung besteht nicht.

Mehr zum Thema: http://www.begabtenfoerderung.de/

Betrieben, die nicht sämtliche Ausbildungsabschnitte der jeweiligen Ausbildungsordnung selbst vermitteln können, wird die Möglichkeit eingeräumt, sich im Rahmen eines sogenannten Ausbildungsverbundes an der Ausbildung zu beteiligen.
Der Lehrling muss mindestens drei Monate im Verbundbetrieb verbringen. Hier gibt es einen Zuschuss von 2.500 Euro. Voraussetzung für die Förderung ist, dass erstmalig im Verbund ausgebildet wird oder bei bereits bestehenden Verbünden es sich um einen zusätzlichen Ausbildungsplatz handelt.
Informationen zum Zuschussprogramm der ISB-Bank zur Förderung von Ausbildungsverbünden www.isb.rlp.de

Arbeitgeber können eine Förderung beantragen, wenn sie für Jugendliche, die ihren Ausbildungsplatz wegen Insolvenz, Stilllegung oder Schließung des Ausbildungsbetriebes verloren haben, betriebliche Ausbildungsplätze bereitstellen.
Diese Förderung kann entweder über den sogenannten Ausbildungsbonus des des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie oder das Zuschussprogramm der ISB-Bank erfolgen.
Informationen zum Ausbildungsbonus Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie
Informationen zum Zuschussprogramm der ISB-Bank zur Einstellung von Auszubildenden aus Insolvenzbetrieben www.isb.rlp.de
Der Zuschuss der ISB für Lehrlinge aus Insolvenzbetrieben bleibt ebenfalls weiter bestehen. Damit soll Auszubildenden, die aufgrund einer Insolvenz oder Schließung des bisherigen Betriebes ihre Ausbildung nicht fortsetzen können, die Möglichkeit gegeben werden, diese in einem anderen Betrieb zu beenden. Die Förderung erfolgt als Zuschuss für den neuen Ausbildungsbetrieb, beträgt 2.500 Euro je Ausbildungsverhältnis und der Antrag muss spätestens drei Monate nach Beginn im neuen Betrieb gestellt werden.

“PLW - Profis leisten was“

Seit 1951 wird der Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks ausgetragen, bis 2006 unter dem Namen "Praktischer Leistungswettbewerb der Handwerksjugend", kurz PLW. Das Kürzel wird weiterhin genutzt: „PLW – Profis leisten was“. Hand in Hand mit dem Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks vollzieht sich der Wettbewerb "Die gute Form".

Wer kann teilnehmen ?

Junge Handwerker oder junge Handwerkerinnen, die zum Zeitpunkt der Gesellenprüfung nicht älter als 25 Jahre sind (in besonderen Fällen bis 28 Jahre) und die ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben bzw. kurz vor der Gesellenprüfung stehen und ein hervorragendes Ergebnis erzielt haben bzw. erwarten.
Die Wettbewerbsteilnehmer/innen treten zunächst im Bezirk ihrer Handwerkskammer zum Leistungsvergleich in ihrem Beruf an. Als Kammersieger treten Sie dann zum Landeswettbewerb an. Für die Landesbesten geht`s weiter auf Bundesebene. In einigen Berufen kann man sich für die europäischen Berufswettbewerbe qualifizieren.

Startschuss für den Wettbewerb ist nach den Gesellenprüfungen im Sommer!

Was bringt`s ?

Die Teilnehmer/innen stellen sich der besonderen Herausforderung eines Wettbewerbs. Sie stellen damit ihre hohe fachliche Qualifikation und Leistungsbereitschaft unter Beweis. Hiermit dürften sie bei zukünftigen Arbeitgebern besonders punkten.

Die erfolgreichen Teilnehmer/innen erhalten neben Urkunden Weiterbildungsgutscheine. Außerdem besteht die Möglichkeit, einen Antrag für ein Stipendium bei der „Stiftung für Begabtenförderung berufliche Bildung“ zu stellen.

Wie geht`s ?

Mögliche Kandidaten melden sich bei der Handwerkskammer.